baroque muerz

»Irish Tunes and New Grounds«

mittwoch / 16. november 2016 / 19.30 uhr
kunsthaus muerz / anton webern saal

Wiener Instrumentalsolisten: Matthias Loibner, Drehleier
Andrew Lawrence-King, Irish Harp und Dulcimer
Werke von John Dowland, Traditional, Anonymous,
Henry Purcell und Eigenkompositionen

Zwei der "modernsten" Meister "alter" Musik zu gast bei baroque.muerz

I am not a musician,
I am an observer of human moods and sentiments.
Since I do not trust words
and can not paint
I use my music in order to tell my observations.
(Matthias Loibner)

Matthias Loibner und Andrew Lawrence-King vereint die Mission, auf der Basis Jahrhunderte alter Tonschöpfungen völlig neue Wege der Musik einzuschlagen. Drehleier und Irische Harfe, zwei Instrumente, die seit Jahrtausenden erklingen, werden zum Trapez für neuartige Improvisationen und Klangkompositionen. Wir erleben die beiden Ausnahme- Künstler im Duo in Mürzzuschlag als absolute Welt- Premiere.

Der Barockharfen-Virtuose und einfallsreiche Continuo-Spieler Andrew Lawrence-King gilt als einer der weltweit führenden Interpreten Alter Musik. Er ist aber auch ein kreativer und vielfach anregender Kapellmeister, der von einem der Continuoinstrumente aus dirigiert. In dieser Eigenschaft hat er Barockopern und Oratorien an vielen renommierten Häusern geleitet, an der Mailänder Scala, im Sydney Opera House, in der Casals Hall in Tokio, der Berliner Philharmonie, dem Wiener Konzerthaus, der New Yorker Carnegie Hall und dem Palacio de Bellas Artes in Mexico City. Andrew ist auf Guernsey geboren; er ist in Albecq an der Westküste aufgewachsen, und zwar im Pfarrbezirk Catel in einem Haus mit dem Namen "Zenith”, das ein Kapitän der Segelschiffahrt nach seinem Schiff so benannt hat. Nach Musikstudien in Gesang und Continuo in Cambridge und am Londoner Early Music Centre bei Emma Kirkby, Sir Roger Norrington und Nigel Rogers hat er sich als vielseitiger Continuo-Spieler (Harfe, Tasteninstrumente, Psalterium, Schlagwerk, Gitarre etc.) rasch einen Namen gemacht; er ist mit den bedeutendsten Spezialensembles Europas aufgetreten und wurde als Harfensolist Mitglied des Ensembles Hespèrion XX von Jordi Savall. Seine Bach-Interpretation wurde in der Zeitschrift gerühmt als eine Leistung, in der "ruhige, berauschende Virtuosität mit selten zu findender Empfindlichkeit” gepaart ist. 1994 gründete Andrew Lawrence-King sein eigenes Ensemble The Harp Consort. Andrew Lawrence-King, der für seine Leistungen auf dem Gebiet der musikwissenschaftlichen Forschung mit dem Noah-Greenberg-Preis und dem Preis der amerikanischen Händelgesellschaft und für seine Einspielungen mit dem Gramophone Award und dem Edison Award ausgezeichnet worden ist, ist erster Gastdirigent Barockensembles L’Homme Armé (Florenz), das sich auf die Oper und das Oratorium des Frühbarock spezialisiert hat. Andrew Lawrence-King ist heute vielseitig tätig: neben seinen Soloauftritten und ausgedehnten Konzertreisen mit The Harp Consort übernimmt er immer wieder Gastdirigate in Europa, Skandinavien sowie Nord- und Südamerika. Andrew, ein begeisterter Segler, hat die Berechtigung zum Führen von Passagierbooten in den Gewässern von Guernsey und ist Inhaber des begehrten Ocean Yachtmaster Certificate (Hochseesegelschein) der Royal Yachting Association. Er lebt in St. Peter Port und verbringt seine Freizeit am liebsten an Bord seines Boots "Continuo”. Für harmonia mundi usa hat Andrew Lawrence-King mehrere Einspielungen produziert, die bei der Kritik begeisterte Zustimmung fanden; zu nennen sind insbesondere: Missa Mexicana, Vokalsätze und volkstümliche Tänze zum Weihnachtsfest aus dem Puebla des 17.Jahrhunderts; Miracles of Notre Dame: Gedichte zum Lob der Jungfrau Maria, von Gautier de Coincy (1177-1236) auf mittelalterliche Volkslieder vertont; El arte de fantasia: Romanzen, Fantasien und Tänze aus dem Spanien des Goldenen Zeitalters. Gemeinschaftsproduktionen mit dem Bariton Paul Hillier waren French Troubadour Songs und Bitter Ballads: alte und neue Dichtung, auf mittelalterliche Melodien gesungen.


Matthias Loibner studierte einige Semester klassische Komposition, Jazzkomposition, Orchester- und Chorleitung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz. Seit 1990 widmet er sich hauptsächlich der Drehleier, sowohl als Musiker als auch als Lehrer. Matthias Loibner lebt heute in Wien.
Matthias Loibners Tätigkeit umfasst ein breites stilistisches Spektrum in dem mündlich überlieferte Musik verschiedener Herkunft eine zentrale Rolle einnimmt. Dazu zählen österreichische Volksmusik und die Neue Volksmusik (in seinen Anfängen als Drehleierspieler mit der Gruppe Wullaza), World- und Ethnomusik (in der Zusammenarbeit mit Natasa Mirkovic - De Ro, Sandy Lopicic Orkestar, Ross Daly, deishovida, The Big Five, Linsey Pollak, Tunji Beier) sowie elektronische Musik. Konzert- und Studienreisen führen Matthias Loibner nach Afrika, Australien, Japan und Amerika.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Interpretation von Originalkompositionen für Drehleier aus dem französischen Barock u.a. mit dem Ensemble Baroque de Limoges, Le Concert Spirituel, Les Eclairs de Musique, Les Musiciens de Saint Julien, Tobie Miller und Riccardo Delfino.
Loibner arbeitet außerdem in den Bereichen Neue Musik, Experimentelle Musik, Avantgarde, improvisierte Musik und Jazz (z.B. solistisch oder mit Jörg Mikula, Franz Hautzinger, Tunji Beier u.a.). Er kombiniert die Drehleier mit einem eigenen Setup aus Live-Effekten und live-looping software am Computer.
Als Musiker und Komponist arbeitete Loibner zusammen mit Ernst M. Binder, Henning Mankell, Dimiter Gotscheff und Sandy Lopicic am Theater.
2008 verwirklichte er die multimediale Livemusik-Installation "Time Project" mit vier europäischen Bands (Snö, Mitsoura, Palyrria, familha Artús). 2009 arrangierte er die "Winterreise" von Franz Schubert und Wilhelm Müller für Gesang und Drehleier.
Seit 1994 unterrichtet Matthias Loibner Drehleiertechnik, Barockmusik und Improvisation bei Festivals und Kursen in mehreren europäischen Ländern, sowie in Japan und Australien, unter anderem gemeinsam mit Tobie Miller an der Schola Cantorum in Basel. 1997 verfasste er zusammen mit Riccardo Delfino das Lehrbuch "Drehleier Spielen".
Matthias Loibner arbeitet seit 1995 mit dem Instrumentenbauer Wolfgang Weichselbaumer an der Weiterentwicklung der Alto-Drehleier unter anderem an der mehrkanaligen elektronischen Abnahme. Seit 2004 arbeitet er mit Christophe Coin (Ensemble Baroque de Limoges) und Wolfgang Weichselbaumer an einem Projekt zur Rekonstruktion der Orgelleier (lira organizzata) für die Wiederaufführung und Erstaufnahme der dafür komponierten Werke von Joseph Haydn, Ignaz Josef Pleyel und anderer.
2007 und 2008 war Loibner Kurator des Ö1 Drehleierfestivals im Radiokulturhaus Wien.

Auszeichnungen
1. Preis beim Concours des vielles et cornemuses des Rencontres internationales de Luthiers et Maîtres Sonneurs (Frankreich) 1994 als Drehleiersolist
Austrian World Music - Förderpreis 2005 in Wien (Ö) 2005 im Duo mit Natasa Mirkovic - De Ro
Einige CD-Aufnahmen von Matthias Loibner erhielten Auszeichnungen wie z.B.
choc de Le Monde de la Musique für Ensemble Baroque de Limoges: deLirium (laborie classique, 2007)
Ö1 Pasticciopreis für Matthias Loibner: Vielle à roue (cinq planetes, 2006)

Diskographie
Ensemble Baroque de Limoges: La Lira di Napoli [2012">
Winterreise (Raumklang, 2010)
Zykado (Producciones efímeras, 2007)
Ensemble Baroque de Limoges: deLirium (laborie classique, 2007)
Matthias Loibner: Vielle à roue (cinq planetes, 2006)
Ajvar & Sterz (Producciones efímeras, 2006)
Gipsy's Lullaby (Extraplatte, 2004)
Sandy Lopicic Orkestar: Balkea (Network Medien, 2004)
Les Eclairs de Musique: Les Saisons Amusantes (Artsmusic, 2002)
Les MaÓtres de la vielle baroque (CPO, 2002)
Sandy Lopicic Orkestar: Border Confusion (Network Medien, 2001)
deishovida: gaisfeld (Extraplatte, 2000)
deishovida: not 4 u (Almaviva, 1997)
deishovida: fast folk (Extraplatte, 1995)

Kartenpreise und Abos: Einzelkarten: Euro 33.- / 23.-, Einzelabo: Euro 105.- / 72.-, Partnerabo: 180.-





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