baroque muerz

»Harmonie=Musique«

dienstag / 18. oktober 2016 / 19.30 uhr
kunsthaus muerz / webern saal

Calamus Oktett
Hist. Bläserensemble unter der Leitung von Ernst Schlader
Werke von Nannette Streicher, Wolfgang Amadé Mozart, Franz Xaver Süßmayr und Ludwig van Beethoven

Auf die Harmonie gesetzt

Sogar Mozart selbst war von den großartigen Klängen seiner Es-Dur Serenade, die von einem Harmoniemusik-Ensemble an seinem Namenstag um 23 Uhr vor seinem Haus in Wien als Überraschung dargeboten worden war, verblüfft. Doch bereits lange vor Mozarts Zeit galten Harmoniemusikensembles als fixer Bestandteil des musikalischen Lebens, und bis weit ins 19. Jahrhundert hinein entstanden Serenaden, Partiten und Opernbearbeitungen sowohl von großen, als auch heute weniger bekannten Komponisten. Im vorliegenden Programm steht neben den berühmten Oktetten Mozarts und Beethovens auch ein Werk für Harmoniemusik von Mozarts Assistenten Franz Xaver Süßmayr, dessen 250. Geburtstag 2016 gefeiert wird, auf dem Programm.

Im Jahr 2003 von Ernst Schlader und Freunden gegründet, widmet sich das Calamus Consort vor allem der Musik für Blasinstrumente des 18. Jahrhunderts. Der Begriff "Calamus" (lat. Schilfrohr) steht sinnbildlich für Rohrblattinstrumente. Diese Instrumente stehen auch im Zentrum des Interesses der Ensemblemitglieder, obgleich regelmäßig Ausflüge in die musikalische Renaissance (Krummhörner, Rankete etc.) und Romantik unternommen werden. Als Calamus Consort versuchen sie in verschiedenen Besetzungen durch die Verwendung von heute in Vergessenheit geratenen Instrumenten dem Publikum des 21. Jahrhunderts einen neuen, lebendigen und spannenden Zugang zur Alten Musik zu bieten. Das Ensemble erhielt Einladungen renommierter internationaler Festivals (u. a. "Resonanzen" im Wiener Konzerthaus, Fiori Musicali, "Itinéraire Baroque" Brantôme, Bach Fest Leipzig, Brunnenthaler Konzertsommer) und Konzertreihen (Westdeutscher Rundfunk Köln, Innsbrucker Landesmuseum Ferdinandeum, Concertgebouw Brügge, AMUZ Antwerpen, Donaufestwochen Grein, Sommerkonzerte auf dem Schloss des Ritter Tandos). 2012 legte das Ensemble eine vielbeachtete CD mit vielen Ersteinspielungen von barocken Arien aus den Beständen der Wiener Hofmusikkapelle vor.

Prof. Dr. phil. Ernst Schlader
Geboren 1981 in Gmunden, Österreich. Absolvent des Linzer Musikgymnasiums; 1996 bis 2005 Studium an der Anton Bruckner Privat-Universität in den Fächern Klarinette, Orgel, Instrumentalpädagogik und Alte Musik. Von 2004 bis 2008 Studium am Koninklijk Conservatorium Den Haag, Niederlande, in den Fächern Alte Musik und historische Klarinetten / Chalumeaux bei Eric Hoeprich und historische Aufführungspraxis bei Ton Koopman an der Universität Leiden; 2004-2008 Instrumentenbau-Lehrgang an der technischen Universität Delft. 2011 Promotion im Fachbereich Lehrämter, Wissenschaft und Komposition an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt am Main, 2012 bis 2014 MBA Studium "Wissensmanagement" an der Kepler Universität Linz.
Mehrfacher Preisträger mit verschiedenen Kammermusikformationen (auf modernen und historischen Instrumenten) bei österreichischen Musikwettbewerben sowie Finalist und Preisträger mit dem "Andrassy Trio" (3 Bassetthörner bzw. Chalumeaux) beim internationalen Wettbewerb für Alte Musik "Van Wassenaer Concours" in Den Haag, 2006. Im Herbst 2007 Sieger (mit dem Andrassy Trio) beim IYAP Wettbewerb für Alte Musik-Ensembles in Antwerpen sowie Gewinner (mit dem Calamus Consort) des erstmals 2009 ausgetragenen H.I.F. Biber Barockmusik-Wettbewerbs in St. Florian. Seit 2001 Zusammenarbeit mit dem Instrumentenbaumeister Prof. Rudolf Tutz in Innsbruck. Für seine musikwissenschaftlichen Arbeiten erhielt Ernst Schlader 2012 die Talentförderungsprämie für Wissenschaft des Landes Oberösterreich.
Ernst Schlader ist Mitglied im l’Orfeo Barockorchester Linz und Concilium Musicum Wien, und musiziert regelmäßig als Klarinettist, Bassetthorn- und Chalumeau-Spieler mit der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Amsterdam Baroque Orchestra, Ars Antiqua Austria und dem Neuen Orchester Köln. Kammermusikalische Tätigkeit mit dem Calamus Consort, dem Pianisten Prof. Wolfgang Brunner und dem Kazoo-Virtuosen Hieronymus Fatzfitz. Konzerttätigkeit in allen Ländern Europas, Kanada, Kuwait und Ägypten. Regelmäßige Mitwirkung als Organist und Klarinettist bei derzeit über 30 CD Einspielungen für internationale Labels sowie europäische Rundfunkanstalten. Die Aufnahme der Klarinetten-Sonaten von J. B. Vanhal erhielt 2014 den Pasticcio Preis von Radio Österreich 1.
Seit 2007 ist Ernst Schlader als Lehrender an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen und seit 2013 als Senior Lecturer an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Graz tätig. Von 2009 bis 2013 unterrichtete er im Rahmen eines Lehrauftrags im Fachbereich 2 (Musikwissenschaft) an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Als Gastdozent lehrte Ernst Schlader an der Universität Mozarteum Salzburg, an der Musik-Universität Wien, am Konservatorium der Stadt Wien sowie bei der Internationalen Händel Akademie Karlsruhe und im Institut Kloster Michaelstein.

Kartenpreise und Abos: Einzelkarten: Euro 33.- / 23.-, Einzelabo: Euro 105.- / 72.-, Partnerabo: 180.-



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